Tag 1: Type-A-Personality

Ist es heute soweit?

Ich glaube schon. Heute ist Tag 1. Der Anfang – aber hoffentlich nicht vom Ende. Tage, Wochen, Monate habe ich über diese Idee nachgedacht. Ein kleiner Samen, der zu einem großen Baum wird. Ein kleines Mädchen, das zur jungen Frau heranwächst. Eine Generation, die sich zum digitalen Opfer entwickelt. In einer Welt zwischen Instagram, Snapchat, Facebook und Twitter ist es leicht, eine Meinung vorgelegt zu bekommen. Haben wir vergessen zu denken? Bin ich auch ein Opfer dessen, weil ich ein Kind der 90er bin? Ist das dann der Auslöser oder das Ergebnis? Ein Blick auf meinen Tagesplan zeigt die psychologische Problemlage in der ich mich befinde.

8.00 Uhr: Ich stehe auf. Werde mit einem feuchten Kuss geweckt. Von Emma – groß, schweizerisch, wird auch Sennenhund genannt.

8.05 Uhr: Flugmodus aus. 10 What’s App Nachrichten. Instagram checken.

8.10 Uhr: Kaffeemaschine an. Checke Tagesschau App. Wieder zurück zu Instagram.

8.15 Uhr – 8.45 Uhr: Habe einen neuen Zwang. Muss alle Snapchat Videos angeschaut haben bevor ich mich fertigmachen kann. Weiß jetzt, dass Nivea eine neue Handcreme auf den Markt gebracht hat, die sooooooo gut riecht. Habe außerdem noch 10 Hauls angeschaut und mein Kaufzwang bekommt eine neue Dimension.

9.00 Uhr – 10.00 Uhr: Spaziergang mit Emma am Rhein. Eine Stunde ohne Handy. Aber nur fast, muss ja meine Freunde auf den neuesten Stand bringen und darf meine Snapchat-Tage mit Lisa nicht verlieren.

11.00 Uhr: Habe Hunger, aber will noch nicht frühstücken. Habe bei einer Fitnessbloggerin gelesen, dass intermittierendes Fasten gut sein soll. Probier ich jetzt auch aus. Vielleicht wird mein Po ja dann auch so schön rund wie bei ihr. Versuche in der Zwischenzeit meinen Hunger mit grünem Tee zu stillen – kurbelt wohl den Stoffwechsel an (Tipp von Fitnessbloggerin Nr.2).

12.00 Uhr: Endlich essen. Glutenfrei natürlich. Nein, das kommt nicht von einer Bloggerin. Habe ich schon seit 12 Jahren und ich hasse es. Zöliakie heißt das übrigens in der Fachsprache (wissen 99% derjenigen, die mir etwas über glutenfreie Ernährung erzählen wollen leider nicht).

13.00 Uhr: An Unis bewerben. Hoffentlich werde ich genommen. Habe einen 1er Durchschnitt, aber bin trotzdem nicht gut genug. Liebe mein Studium, aber das zählt nicht. Für Träume gibt es leider keine Credit Points.

14.00 Uhr: Hab jetzt schon 2 Liter getrunken. Macht wohl die Haut SUPER REIN (Tipp von Beauty Bloggerin 1). Muss alle 10 Minuten auf Toilette, davon redet aber keiner.

16.00 Uhr: Runde 2 mit Emma. Handyfreie Zone seitdem ich vor ein paar Wochen in einen riesen Hundehaufen getreten bin, weil ich aufs Handy geschaut habe.

18.00 Uhr: Snaps anschauen. Muss ja mein schlechtes Gewissen mit Videos von trainierenden Menschen füttern. Ist ja nicht so, dass ich damit nicht auch trainiere. Ich bin mir sicher, dass mein visuelles System ziemlich stark ist.

20.00 Uhr: Familienessen. Handyfreie Zone.

22.00 Uhr: Letzter Checkup in allen 1038 Apps. Hat sich in den letzten 10 Minuten nicht viel geändert.

23.00 Uhr: Flugmodus an. Schlafenszeit.

 

 

 

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